Bogen aus aller Welt - früher und heute

In der Jugend haben viele von uns mit einem Haselnussstecken, einer Schnur und einem dünnen Ast ihre erste Bogenausrüstung zusammengestellt. Seither habe ich mich dann nicht mehr mit Pfeil und Bogen befasst. Erst 2008, im Baltikum, nahm ich wieder einmal einen Bogen zur Hand - in der estnischen Hauptstadt Tallinn (früher Reval) ist der Tourismus auf Mittelalter ausgelegt, auf jedem kleinen Grünflecken kann man Bogenschiessen, mir hat's gefallen. 2009 stand ich dann bei Strebel Bogensport mit dem Bogen Nr. 4 in der Hand. 2014 bin auf 22 Seiten der Kulturgeschichte von Pfeil & Bogen nachgegangen - entspannt ins Zile.

Seither gab's mal hier, mal dort, im In- und Ausland einen historischen oder auch einen neuen Bogen, ohne eigentliche Sammelabsicht. Mit dem sechsten Bogen wurde das Platzproblem akut. Ein Bogengestell musste her, in Schaffhausen wurde ich fündig. Jetzt präsentiert sich die kleine Sammlung übersichtlich.

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Bogengestell Rodolfo April 2016

 

1.     Den ungarischen Reiterbogen habe ich an der Bogenmesse 2015 in Eisenbach bei Elitebogen, München (Laszlo Turi) gekauft und schiesse seither nur noch mit diesem Bogen. Hergestellt wird der Bogen von Robert Vegh in Somogysard / Ungarn. Es ist eine um 15 % vergrösserte Kopie eines Bogens (wie Bogen Nr 5) vom Museum in Budapest. 65 Zoll lang, bei 30 Zoll Auszug zieht man 40 Pfund. Die Wurfarme sind aus Bambus mit Glaslaminat, die Siyahs Esche gebeizt und der Griff aus Esche mit Walnuss verstärkt. Diese Art Komposit-Reflex-Bogen wurde in Asien entwickelt. Hunnen, Mongolen, Magyaren, Skythen verwendeten diese Art Bogen ab dem 4. Jahrhundert (ohne Glaslaminat!).

 

2.     Ein Bogen aus dem südlichen Afrika, vermutlich aus Botswana. Entlang des Limpopo Flusses verwendete der Sotho-Tswana Stamm diesen eher schwachen Bogen für die Jagd. Mit Pflanzen umwickeltes Griffstück mit eingeschoben Wurfarmen. Damit wurden nach einer langwierigen Pirsch leichte Giftpfeile aus vielleicht 15 bis 25 m Entfernung auf den Springbock (Antilopenart) geschossen. Die Beute schreckte auf und wurde in  einer Treibjagd Richtung Dorf getrieben, wo das Tier dann dank der Wirkung des Pflanzengifts zusammen brach. Dadurch musste die Beute nicht selbst nach Hause getragen werden! Der Bogen verstaubte 50 Jahre in einem Zürcher Antiquitätengeschäft, wo ich ihn per Zufall fand. Die Pflanzenfasersehne ist nicht mehr gebrauchsfähig – Museumsstück.

 

3.     Ein Bogen der nordamerikanischen Indianer. Das Griffstück zeigt das Profil von zwei Indianerhäuptlingen. Vermutlich um 1950 noch nach alten Vorbildern aus Hickory (nordamerikanischer Haselnuss) von den Plains Indianern gebauter Bogen. Den Bogen habe ich aus der Geschäftsauflösung Steuber Sport in Schaffhausen im März 2016, wie der Bogen dorthin kam, ist nicht bekannt. Die Pflanzenfasersehne ist nicht mehr gebrauchsfähig – Museumsstück.

 

4.     Der Südkoreanische Lyons Recurvebogen mit oder ohne Visier ist der Einsteigerbogen bei vielen schweizerischen Bogensportvereinen. Mit diesem Takedown Recurve Bogen habe ich 2009 bei den Thalwiler Bogenschützen im Anfängerkurs die ersten Pfeile geschossen.

 

5.     Den Hunnenbogen habe ich 2010 auf dem Markt in Hortobagy in der ungarischen Pusta gekauft. Schöne lederumwickelte Ausführung. Der Reiterbogen ist etwas kurz für den mediteranen Griff, macht aber trotzdem Spass. Dieser Bogen ist das Vorbild des etwas vergrösserten Bogen Nr. 1. Die  Hunnenbogen waren kurze Reiterbogen, die früher häufig mit Daumenring geschossen wurden.

 

6.     Nach meinen ersten Erfahrungen und Erfolgen mit Bogen Nr. 4 wurde aufgerüstet auf den olympischen Bogen. Bei Strebelsport habe ich 2011 den Hoyt Formula RX gekauft. Der amerikanische Hoyt Bogen darf als Standard bei den fortgeschrittenen Recurveschützen bezeichnet werden. Präzis, treffsicheres Schiessen > nach einiger Zeit für mich langweilig und zu technisch, deshalb Wechsel zum traditionellen intuitiven Schiessen mit Bogen Nr. 1.

 

 

 

   

Training

Winter in der Halle Ludretikon, Sommer auf der Sportanlage Brand
Erwachsene: Mittwoch 18:00 - 20:00
Jugendliche, Schüler, Kinder: Mittwoch 17:00 - 18:00 (Aufstellen der Böcke etc. um 16:45)

Samstagstraining - ist für Schützen mit eigenem Material reserviert - nicht für Anfänger und Kinder / keine Materialausgabe

   
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